Messerklingen gibt es in verschiedenen Formen für unterschiedliche Einsatzzwecke. Beim Kauf Ihres Taschenmessers sollten Sie die passende Klinge auswählen können. Sie kennen sich damit noch nicht aus? Dieser Ratgeber hilft Ihnen, mehr über Messer und die Wahl der richtigen Klinge zu erfahren. So können Sie die verschiedenen Klingenformen, ihre Eigenschaften und Einsatzbereiche leicht erkennen.
Wissenswertes über Messerformen
Es gibt zwar mehrere Dutzend Klingenformen, doch hier beschränken wir uns auf die gängigsten. Grundsätzlich lassen sich zwei Messerarten unterscheiden: Messer mit feststehender Klinge und Messer mit Klappklinge.
Für Survival-Fans ist ein Messer mit feststehender Klinge klarer Favorit. Es ist einfacher zu handhaben und besonders robust. Klappmesser werden meist gewählt, wenn wenig Platz zur Verfügung steht oder das Messer nur gelegentlich gebraucht wird. Letztlich zählt aber, dass das Messer in jeder Hinsicht zu Ihnen passt. Dafür sollten Sie seine Klinge sorgfältig auswählen. Entscheidend ist der Verwendungszweck des Messers, nicht allein die Optik – auch wenn diese natürlich wichtig ist.
Die wichtigsten Klingenformen
Die Klinge mit gerader Schneide
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Die Klinge mit gerader Schneide ist wahrscheinlich die gängigste Klingenform. Sie hat einen flachen Rücken und eignet sich sowohl zum Schneiden als auch zum Durchstechen. Damit ist sie besonders vielseitig. Für mehr Schneidkraft kann man die Finger auf den Klingenrücken legen. |
Die Drop-Point-Klinge
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Die Drop-Point-Klinge gehört zu den verbreitetsten Klingenformen bei Klappmessern. Ihre leicht abfallende Spitze ist ebenso stabil wie der Rest der Klinge. Sie ist so robust, dass sie sich vielseitig einsetzen lässt. Ob zum Durchstechen, Schneiden oder Bohren: Die Spitze wird dabei nicht so leicht beschädigt. Die Drop-Point-Form ist aus der Messerwelt nicht wegzudenken und gehört heute zu den häufigsten Formen von Taschenmesserklingen. Sie sollte jedoch nicht mit der Spear-Point-Klinge verwechselt werden. |
Die Spear-Point-Klinge
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Die Spear-Point-Klinge wirkt deutlich aggressiver als die Drop-Point-Klinge. Der wichtigste Unterschied: Bei Spear-Point-Klingen ist der Klingenrücken teilweise oder sogar vollständig geschärft, manchmal auch nur als Fehlschärfe ausgeführt. Dadurch eignet sie sich gut zum Durchstechen. Es handelt sich um eine sehr kraftvolle Klinge. |
Die Clip-Point-Klinge
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Clip-Point-Klingen gibt es in verschiedenen Ausführungen; manche erinnern sogar an Säbelklingen. Ihr ungeschärfter Rücken verläuft etwa bis zur Hälfte der Klinge gerade und senkt sich dann in einer konkaven Kurve zur Spitze. Die Schneide ist überwiegend gerade, biegt sich aber etwa ab dem oberen Drittel zur Spitze hin. Mit einer Clip-Point-Klinge lässt sich auch an schwer zugänglichen Stellen erstaunlich präzise schneiden. Für ein vielseitig einsetzbares Messer kann diese Klingenform sehr nützlich sein. Sie lässt sich leicht schärfen und kann eine äußerst scharfe Spitze besitzen. Diese Klinge hat allerdings einen kleinen Nachteil: Bei unsachgemäßem Gebrauch kann ihre sehr feine Spitze leicht ausbrechen. |
Die Trailing-Point-Klinge
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Für Jagdmesser ist die Trailing-Point-Klinge gut geeignet. Sie ist leicht an ihrer deutlich nach oben geschwungenen Vorderkante zu erkennen. Meist wird sie zum Zerlegen von Wild verwendet, eignet sich aber auch für andere Arbeiten bei der Jagd. Besonders beim Häuten erlegter Tiere und beim Verarbeiten von Fisch ist sie nützlich. Deshalb bevorzugen auch viele Angler diese Klingenform. Ihr größter Vorteil: Dank ihrer Krümmung bietet sie eine längere Schneide als andere Klingen. Bei weniger stark gebogenen Modellen kann sie auch zum Durchstechen nützlich sein. Allerdings lässt sie sich nur schwer schärfen. |
Die Needle-Point-Klinge
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Das englische Wort „Needle“ bedeutet „Nadel“. Die Bezeichnung beschreibt eine Klinge, die einer Nadel ähnelt, weil sie besonders schmal ist. Sie kann zum Durchstechen oder Stechen verwendet werden und kommt deshalb häufig bei der Selbstverteidigung zum Einsatz. |
Die Tanto-Klinge
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Bei taktischen Messern wird häufig die Tanto-Klingenform verwendet. Sie ist bei Sicherheitsfachleuten und Militärangehörigen besonders beliebt. Mit ihrem geradlinigen Schliff hat sie wohl eine der markantesten Formen unter den gängigen Klingen. Sie besitzt einen geraden, ungeschärften Rücken und eine parallel dazu verlaufende Schneide, die etwa im oberen Drittel der Klinge in einem ausgeprägten Winkel zur Spitze hin ansteigt. Das Ergebnis ist ein Messer mit einer sehr stabilen Spitze, das sich zum Schneiden von Scheiben jedoch nur eingeschränkt eignet. Auch das Schärfen ist nicht ganz einfach. |
Die Reverse-Tanto-Klinge
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Wie Sie sich vielleicht schon denken können, ist die Reverse-Tanto-Klinge eine Variante der eben beschriebenen Tanto-Klinge. Sie wird auch umgekehrte Tanto-Klinge genannt. Kennzeichnend ist ein auf der einen Seite geradliniger und auf der anderen Seite abgerundeter Schliff. Dadurch wirkt die Klinge weniger „aggressiv“. Die Reverse-Tanto-Klinge lässt sich somit als deutlich sanftere Version der Tanto-Klinge beschreiben. |
Die Sheep-Foot-Klinge
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Bei der Sheep-Foot-Klinge, auch Schafsfußklinge genannt, verlaufen Rücken und Schneide zunächst parallel, bevor sich der Rücken deutlich zur Schneide hin absenkt. Diese Form ist leicht zu erkennen. Der Name Schafsfuß geht darauf zurück, dass solche Klingen ursprünglich zum Schneiden von Schafshufen verwendet wurden. Bei Messerherstellern wie MAM und Maserin ist diese Klingenform sehr beliebt. Sie eignet sich hervorragend zum Hacken, nicht jedoch zum Durchstechen. |
Die Wharncliffe-Klinge
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Die Wharncliffe-Form ähnelt der Sheep-Foot-Form sehr, unterscheidet sich jedoch durch ihre längere und stärker ausgeprägte Rundung. Für die Klappmesser der amerikanischen Marke Spyderco ist die Wharncliffe-Klinge besonders gut geeignet. Sie ermöglicht zudem ein markantes Design. Diese Klingenform wird häufig zum Schneiden von Ästen verwendet. |
Welche Schneide ist die richtige für Ihre Messerklinge?
Beim Messerkauf sollten Sie nicht nur die Klingenform sorgfältig auswählen. Auch die Art der Schneide ist wichtig. Um herauszufinden, ob eine glatte oder eine gezahnte Schneide besser zu Ihnen passt, lohnt sich ein Blick auf ihre jeweiligen Eigenschaften:
Glatte Schneide
Eine glatte Schneide bietet wohl die höchste Schnittpräzision. Da sie keine Zähne hat, sind besonders saubere Schnitte möglich. Selbst beim Schneiden eines A4-Blatts mit horizontalen Bewegungen bleibt das Ergebnis sauber. Außerdem lassen sich glatte Klingen leicht schärfen.
Der einzige Nachteil dieser Schneide ist, dass sich faserige Materialien wie Seile oder Kunststoff damit nur schwer schneiden lassen.
Gezahnte Schneide
Eine gezahnte Schneide wird auch als Wellenschliff oder Sägezahnschliff bezeichnet. Gemeint ist eine vielseitige Klinge mit Zähnen. Sie kann vor allem Seile und dünne Äste kraftvoll durchsägen. Für Outdoor-Einsätze ist diese Schneide gut geeignet und kann sich als sehr effektiv erweisen.
Allerdings ist das Schärfen einer gezahnten Schneide sehr aufwendig. Auch sind die Schnitte nicht so präzise wie mit einer glatten Schneide.
Teilgezahnte Schneide
Die teilgezahnte Schneide liegt zwischen einer glatten und einer gezahnten Schneide und bietet einen interessanten Kompromiss. Messer mit solchen Klingen sind besonders vielseitig und effektiv. Ihre Schneide besteht aus einem glatten und einem gezahnten Abschnitt. Der einzige Haken: Das Schärfen kann mitunter sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein. Bei manchen Modellen sind die einzelnen Schneidbereiche außerdem zu klein.
Mit diesem Ratgeber können Sie die wichtigsten Messerklingenformen künftig leicht erkennen und die passende Wahl treffen. Die eine beste Form oder Schneide gibt es nicht. Wichtig ist, dass Messer und Klinge zu Ihren Bedürfnissen und Einsatzzwecken passen.









